Erstes On-Site-Training für technisches Laborpersonal

Über welche verschiedenen Lagersysteme können Biobanken verfügen? Welche Vor- und Nachteile hat eine automatisierte Lagerung? Diese Fragen wurden beim ersten On-Site-Training für technisches Laborpersonal von Biobanken der German Biobank Alliance (GBA) am 24. Januar 2018 in Göttingen diskutiert. Insgesamt 16 Fachkräfte aus neun verschiedenen nationalen Biobanken nahmen daran teil. Die Veranstaltung gab den TeilnehmerInnen erstmals die Gelegenheit, Wissen untereinander auszutauschen und Tipps und Tricks für den Alltag zu diskutieren.

Mit dem Training geht eine großangelegte Fördermaßnahme für das technische Personal von Biobanken an den Start: MitarbeiterInnen sollen bei der korrekten Umsetzung von Verfahrensvorgaben für die Handhabung von Biomaterialproben unterstützt werden. Ziel des German Biobank Node (GBN) ist es, die Prozesse standortübergreifend zu standardisieren und somit eine gleichbleibend hohe Probenqualität in den GBA-Biobanken zu erzielen – das Förderprogramm für technisches Personal soll diesen Harmonisierungsprozess effektiv unterstützen.

Das Schwerpunktthema des ersten Trainings, die verschiedenen Lagersysteme in Biobanken, stellte Dr. Norman Klopp vor, Laborleiter der Biobank Hannover (HUB): „Die Vorteile der automatisierten Lagerung bei – 80°C liegen unter anderem in der sicheren Entnahme von Bioproben. Hier können einzelne Proben entnommen werden, ohne dass man Gefahr läuft ‚unschuldige‘ nebenstehende Proben zu erwärmen, wie es bei der manuellen Entnahme aus einer -80°C-Truhe der Fall ist. Dies erhöht die Probenqualität und Prozesssicherheit immens. Allerdings muss man bei der automatisierten Lagerung in der Regel eine längere Testphase zur Inbetriebnahme und hohe Anschaffungs- bzw. Betriebskosten mit einkalkulieren.“

Eine Führung durch das Zentrallabor der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie der UMG-Biobank bot die Gelegenheit, Arbeitsabläufe einer anderen Biobank kennenzulernen. Die TeilnehmerInnen diskutierten weitere Themen, zu denen sie sich theoretische oder praktische Weiterbildungsmaßnahmen wünschen – beispielsweise würden sie gerne mehr über die verschiedenen Qualitätsbiomarker wissen und sind an einer Weiterbildung in der Erstellung von Kryo-Schnitten interessiert.  

Neben solchen praktisch ausgerichteten On-Site-Trainings soll zukünftig eine Online-Weiterbildungsplattform die theoretischen Hintergründe einer korrekten Annahme, Prozessierung und Lagerung der Bioproben vermitteln.

Die Weiterbildungsmaßnahmen gehen auf die Ergebnisse einer bundesweit durchgeführten Umfrage unter BiobankmitarbeiterInnen zurück. Mit der Umfrage wurden Kenntnisstand und Fortbildungsbedarf des technischen Personals ermittelt: Weniger als 40% der befragten MitarbeiterInnen haben bisher an einer Weiterbildung teilgenommen. Wer doch an einer externen Fortbildung teilgenommen hatte, gab an, dass diese nicht spezifisch auf den eigenen Arbeitsalltag ausgerichtet war.

Vor diesem Hintergrund soll das technische Laborpersonal in Biobanken zukünftig in seiner Arbeit durch Trainings sowie die Online-Weiterbildungsplattform unterstützt werden. Mit beiden Maßnahmen leistet der GBN einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung der Probenqualität in den Biobanken.

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